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Latcho Diewes
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BeitragVerfasst: 06.06.2010, 19:27 
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Rassistisches Interview unter dem caritativen Deckmantel des Humanismus

Der Vorsitzende der katholischen Zigeunerseelsorge “Rashai Jozef” hat in einem Interview des Radiosenders Dom.Radio schwere rassistische Vorwürfe gegen die in Deutschland lebende Sinti und Roma erhoben.

Ich bitte die Leser folgenden Link zu öffenen:

http://www.domradio.com/CoMET/Audio/10667.wma

Dr. Wilhelm Solms von der Gesellschaft für Antiziganismusforschung e.V. aus Marburg hat folgend darauf geantwortet:

Als Pater Lancaric gefragt wurde, ob der Name “Zigeunerseelsorger” politisch korrekt sei, beharrte er auf dem Namen “Zigeuner”, obwohl er zugab, dass dieser Name “in Deutschland ein Problem” ist, und obwohl er weiß, dass er von vielen Sinti als diskriminierend empfunden wird. Ich habe selbst erlebt, wie ihn junge Sinti inständig gebeten haben, sie nicht als “Zigeuner”, und das heiße für sie als “Abschaum” zu bezeichnen. Mit seiner Begründung: “es gibt kein anderes Wort, das alle Zigeunerstämme, wenn ich das so nennen darf, abdeckt” widerlegt er sich selbst. Denn es gibt nur ein Wort, mit dem alle Angehörigen dieses Volks sich selbst bezeichnen, wie in vielen Zeugnissen belegt ist, nämlich “Sinti oder im allgemeinen Roma”. Dagegen ist das Wort “Zigeuner” eine Fremdbezeichnung, zumindest im Deutschen ein Schimpfwort und außerdem irreführend. Denn es wird sowohl für “Fahrende und Jenische” als auch für die Sinti und Roma verwendet. Schon gar nicht sollte er den rassistischen Begriff “Zigeunerstämme” verwenden.

“Sind denn Zigeuner überwiegend katholisch?” Auf diese Frage antwortete Pater Lancaric: “Die Zigeuner suchen nach dem Gott. Sie suchen nicht nach der Kirche, und Sie übernehmen meist die Religion der Umgebung, wo sie leben.” Die deutschen Sinti suchen nach meiner Erfahrung nicht nach “dem Gott” oder irgendeinen höheren Wesen, sondern sie glauben an Christus. Sie sehen in Ihm den Sohn Gottes und ihren Führsprecher, weil er mit den Außenseitern der Gesellschaft verkehrt hat. Sie bleiben jedoch der Kirche fern, weil sie, wie von Zeitzeugen berichtet wurde, die Erfahrung gemacht haben, dass sie dort nicht willkommen sind. Das die Religion und Konfession der jeweiligen Landesherren übernommen werden musste, gilt für alle Völker, wird aber nur bei den Sinti und Roma immer wieder betont, weil man sie verdächtigt, keine “echten Christen” zu sein.

Pater Lancaric griff auch mit seinen Antworten zum heutigen Leben der “Zigeuner” auf alte Vorurteile zurück. Als er gefragt wurde, ob “sie meist in großer Armut” leben, entgegnete er: “Das würde ich auch nicht sagen. Sind auch sehr wohlhabende Familien, aber durchschnittlich kann man sagen, dass es auch sehr arme Leute gibt unter Ihnen.” Wenn es sehr wohlhabende und sehr arme Familien gibt, dann müsste es Ihnen im Durchschnitt relativ gut gehen, was aber nicht zutrifft. Dass der “gesellschaftliche Stand von Zigeunern immer noch so schlecht” ist, wie die Interviewerin einwendet, liegt nach Pater Lancaric nicht an der Gesellschaft, die Ihnen die Aufstiegschancen versperrt, sondern an den “Zigeunern”, nämlich daran, dass diese sich “sehr schwer anpassen an unserer Gesetzgebung”. Viele hätten “mit Verbrechen zu tun” und alle mit “Steuerhinterziehung”.

Trotz dieser Einschätzung plädierte er dafür, “diese Leute” so leben zu lassen, “wie sie wollen”. Wir haben das Leben irgendwie mit verschiedenen Vorschriften, Gesetzen, Arbeitszeit und und und beschränkt. Wir sind nicht frei. Die Zigeuner sind mehr frei und mehr Menschen, lebende Menschen wie wir Gadje.” Wie können Menschen, die sich nicht an Gesetze halten und keinen Arbeitsplatz haben, ein freies Leben führen? Dass die meisten deutschen Sinti und Roma sich bessere Bildungs- und Berufschancen wünschen und in besseren Wohnungen und Wohnlagen leben wollen, scheint Pater Lanceric nicht zu wissen oder nicht wissen zu wollen. Da seine Sympathie den “Zigeunern” gehört, die auf der untersten Stufe der Zivilisation stehen, geht es ihm wohl kaum darum, Ihre Situation nachhaltig zu verbessern.

Warum vertraut die Deutsche Bischofskonferenz die Leitung der katholischen “Zigeunerseelsorge” jemanden an, der die Sinti und Roma für keine Christen und obendrein für Kriminelle hält?

Anmerkung: Der zitierte Text Solms’ ist der Zeitschrift “Antziganismusforschung” 1/2009 entnommen:

http://www.antiziganismus.de/resources/ ... 01_Inter...


Zuletzt geändert von Wankeli am 08.12.2012, 10:13, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 11.06.2010, 09:17 
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Das Interview von Pater Jozef Lancaric wurde im Jahre 2006 geführt. Der "Zigeunerseelsorger" spricht im Namen der katholischen Kirche, d.h. des Papstes und der Deutschen Bischöfe!!!

Liebe Leser dieses Forums, diese Haltung der Kirche ist ein unfassbarer Skandal.

Zum bessseren Verständniss, bitte ich Euch, folgenden Link zu öffenen:

http://www.gelsenzentrum.de/katholische ... i_roma.htm

Die katholische Kirche predigt "Rassismus" unter dem caritativen Deckmantel des Humanismus.


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BeitragVerfasst: 09.07.2010, 14:02 
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Von der Kirche werden Sinti und Roma nicht als eine ethnische Minderheit, sondern als eine soziale "Außenseiter"- oder "Randgruppe" wahrgenommen. Den Menschen ihre Würde zurückgeben, dass ist neben den wichtigen Hilfsmaßnahmen eine der bedeutesten Gesten.

Geehrte Sinti Forums Leser, zwei Drittel der deutschen Sinti und Roma sind ermordet worden. Dass dies möglich war, hat auch die Katholische Kirche mit zu verantworten. Sie hat ihre Kirchenbücher für die Erfassung durch Nazis geöffnet. Franz Rosenbach, ein Auschwitzüberlebender, war vor einigen Jahren beim Heiligen Vater und hat ihm bei einer Generalaudienz eine Bittschrift übergeben wegen der Lage unserer Minderheit in Osteuropa. In Ungarn allein wurden elf Menschen unserer Minderheit in den vergangenen Jahren ermordet.

Wir haben bis heute auf diese Bittschrift keine Antwort, selbst nach zusätzlichen Kontakten mit dem Nuntius in Berlin. Und wir haben keine Anzeichen, dass der Papst uns sehen will, wenn er 2011 nach Deutschland kommt. Das alles verstehe ich von meiner Kirche nicht. Wir können doch nach allem, was passiert ist, Signale der Kirche erwarten, dass sie hinter uns steht. Wir sind Christen. Sinti und Roma sind mit 12 Millionen Europäer die größte Minderheit in Europa. Warum möchte uns der Heilige Vater nicht anhören?

Anmerkung: "Der Auschwitz Überlebende Franz Rosenbach, der das Bittschreiben der Sinti und Roma an den Heiligen Vater 2007 übergeben hat, ist im Oktober 2012 verstorben". Bis heute noch immer keine Antwort vom deutschen Papst!!


Zuletzt geändert von Wankeli am 08.12.2012, 10:20, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 15.02.2011, 11:25 
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Immer mehr Sinti kehren der katholische Kirche den Rücken. Die "Zigeunerseelsorge" sieht die Sinti nicht als „echte Christen“ an, sondern als soziale Randgruppe die caritativ betreut werden muss. Den Sinti und Roma wird von der Kirche vorgehalten, dass sie keinen festen Glauben haben. Aber die deutschen Sinti suchen nicht nach irgendeinen höheren Wesen, sondern sie glauben an Christus. Sie sehen in Ihm den Sohn Gottes und ihren Führsprecher, weil er mit den Außenseitern der Gesellschaft verkehrt hat. Sie bleiben jedoch der katholischen Kirche fern, weil sie, die Erfahrung gemacht haben, dass sie dort nicht willkommen sind.


Zuletzt geändert von Wankeli am 02.03.2011, 10:03, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 22.02.2011, 13:45 
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Der Papst weigert sich konsequent Kirchenhistoriker zu beauftragen, die die nationalsozialistische Geschichte dieser geistlichen Institution an den Sinti und Roma aufarbeiten.

In Rom, also nicht weit vom Vatikanstaat entfernt, kommt es zu rassistischen Übergriffen gegenüber Roma. Menschen der Minderheit werden ermordet, indem ihre Baracken in Brand gesteckt werden.

In ganz Osteuropa werden Roma aus dem gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt und ermordet. Die Kirche übernimmt vereinzelt caritative Maßnahmen, aber politisch werden die Sinti und Roma von ihrer Kirche allein gelassen.

Im Nationalsozialismus hat die katholische Kirche mit den Nazis zusammengearbeitet und ihre Kirchenbücher für die SS geöffnet.


Zuletzt geändert von Wankeli am 08.12.2012, 10:30, insgesamt 3-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 02.03.2011, 09:45 
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Solange die Kirche unter dem Begriff „Zigeunerseelsorge“ ausschließlich oder vor allem die spezielle Betreuung von Sinti und Roma in Form von Taufen, Erstkommunionen, Beerdigungen oder „Zigeuner-Wallfahrten“ versteht, versäumt sie ihre, wie ich meine, wichtigste Aufgabe, nämlich die Integration der deutschen Sinti und Roma in ihre Heimatgemeinden.

Als die Überlebenden Sinti nach dem Ende des Kriegs aus den Arbeits- und Vernichtungslagern zurückkehrten, wurden sie nicht in die Pfarrgemeinden ihrer Heimatorte integriert, sondern sie wurden aus dem Leben der katholischen Gemeinden vollkommen ausgeschlossen. Das heißt, die Seelsorge in den Heimatgemeinden wurde von den Kirchen, wie sie selbst zugeben, bisher vernachlässigt. Die meisten Ortspfarrer haben keinen Zugang zu den Angehörigen der Sinti, und viele wissen nicht einmal, ob Sinti oder Roma in ihrer Gemeinde leben. Dass Sinti- und Romakinder katholische oder evangelische Kindergärten besuchen und dort auf die Schule vorbereitet werden, kommt selten vor. Dass Sinti und Roma, die doch als musikalisch gelten, in Kirchenchören mitsingen oder gar in Kirchenvorständen mitarbeiten, ist nicht bekannt. Es gibt auch kein Beispiel, dass Pfarrer ihre Gemeinde, um einer in Not geratenen Sinti-Familie zu helfen, zu einem Opfergang um den Altar gebeten hätten.

Natürlich könnte man erwidern: Wie vermögen Pfarrer, die heute total überlastet sind und mehrere Gemeinden zu betreuen haben und deshalb die meiste Zeit im Auto sitzen, sich auch noch um einzelne Gruppen zu kümmern? Und man könnte hinzufügen, dass die Pfarrer aufgrund der bisherigen Versäumnisse sich schwer tun werden, zu Sinti- und Roma-Familien Zugang zu finden.

Deshalb ist meine dringende Bitte, dass die Kirchen jungen Sinti durch Stipendien ermöglichen, Theologie zu studieren, damit sie Diakone oder Pfarrer werden. Diese könnten dann nicht nur die Angehörigen betreuen, sondern zugleich als Mediatoren, als Vermittler zwischen Minderheit und Mehrheit fungieren, eine Einrichtung, die sich an Schulen bereits bewährt.


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BeitragVerfasst: 02.03.2011, 09:55 
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Weshalb ist es erforderlich, dass wir junge Sinti dem katholischen Glauben treu bleiben?

Unsere Großeltern und viele Generationen davor waren streng gläubige katholische Christen, deshalb ist es keine Lösung aus der katholischen Kirche auszutreten. Ist unsere Liebe zum katholischen Glauben echt, müssen wir zu ihm stehen; auch in schlechten Zeiten. Es ist unsere unabdingbare Verpflichtung an der nötigen Reform mitzuarbeiten. Gemeinsames Bemühen bedarf des Zusammenhalts und der Vernetzung. „Wir sind Christen“ heißt auch: „Wir entziehen uns nicht unserer gemeinschaftlichen Verpflichtung. Muss uns doch klar sein, dass der katholischen Kirche durch “fromme Lügen” nicht gedient ist. Schuld ist nicht unser Glaube, sondern die Kirchenpolitik. Wir wollen mit den Autoritätsträgern, nicht gegen sie arbeiten. Aber wir äußern Kritik, weil wir an den Geist der Unterscheidung glauben.


Zuletzt geändert von Wankeli am 10.11.2011, 10:48, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 08.03.2011, 09:31 
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3 Einwände gegen eine "Zigeuner und Nomadenseelsorge"!


1. Der Name „Zigeuner- und Nomadenseelsorge“
Diese Bezeichnung geht völlig daneben. Die deutschen
Sinti und Roma sind keine Menschen, die
„herumzigeunern“ oder ein „freies Zigeunerleben“
führen, und erst recht keine „Nomaden“, die mit ihren
Viehherden über die Grenzen wandern, sondern
deutsche Staatsbürger mit festen Wohnsitzen. Zum
anderen ist der Name „Zigeuner“ zumindest in
Deutschland ein Schimpfwort. Wie will die katholische
Kirche die katholischen Sinti erreichen, wenn
sie unter einem Namen auftritt, den diese als Beleidigung
empfinden? Als der damalige Münchner Erzbischof
im April 1981 Romani Rose, empfing, versprach
er, dass die katholische Kirche in Deutschland
die Sinti und Roma nicht länger als „Zigeuner“
bezeichnen werde. Der damalige Erzbischof ist der
gegenwärtige Papst.
Die evangelische Kirche spricht von „Zigeunermission“.
Dass die Bezeichnung „Zigeuner“ die Zielgruppe
nicht anzieht, sondern abschreckt, habe ich schon
erwähnt. Und „Mission“ statt „Seelsorge“ ist gewiss
keine Verbesserung.


2. Der Vorrang einer speziellen Seelsorge für „Zigeuner“
Dieser Vorrang wurde in den Ansprachen von Papst
Johannes Paul II. an die „Zigeuner“ von 1990 und
1991 und in den „Orientierungen für eine Pastoral“
von 2005 sowohl mit der „wandernden Lebensweise“
als auch mit der „völkischen Identität“ oder „ethnischen
Eigenart“ der Minderheit begründet.
Die Sinti und Roma sind aber - in Deutschland
schon seit langer Zeit – nicht mehr Fahrende, sondern
Sesshafte, und ihre „Identität“ oder „Eigenart“
erschöpft sich nicht in der Zugehörigkeit zu ihrer Ethnie.
Der Begriff „ethnische Eigenart“ stammt aus der Rassenforschung.


3. Das Versäumnis der bisherigen Seelsorge
Solange die Kirche unter „Zigeunerseelsorge“ ausschließlich
oder vor allem die spezielle Betreuung
von Sinti und Roma in Form von Taufen, Beerdigungen
oder „Zigeuner-Wallfahrten“ versteht, versäumt
sie ihre wichtigste Aufgabe, nämlich
die Integration der deutschen Sinti und Roma in ihre
Heimatgemeinden.
Als die Überlebenden nach dem Ende des Kriegs
aus den Arbeits- und Vernichtungslagern zurückkehrten,
wurden sie nicht in die Pfarrgemeinden ihrer
Heimatorte integriert. Jedenfalls wird dies in den
mehr als achtzig „Zeitzeugenberichten“ nicht erwähnt.
Im Jahr 1984 initiierte der damalige „Nationalseelsorger“
Achim Muth eine Umfrage zur Integration, die
immerhin in 12 der 22 deutschen Bistümer bei fast
6000 Pfarreien durchgeführt wurde. Nur 186 Pfarreien
antworteten, dass sie Kontakte mit Zigeunerfamilien
hätten, die sich aber nur auf Taufen, Erstkommunionen
und Beerdigungen bezögen44, was neben
der Organisation von Wallfahrten Aufgaben der „speziellen
Seelsorge“ sind. Demnach waren die katholischen
Sinti und Roma zumindest bis 1984 aus dem
Leben katholischer Gemeinden vollkommen ausgeschlossen.
Die Sozialarbeit der Kirchen mit Sinti und Roma
muss man ausklammern, da nur die umstrittenen
Schriften von Silvia Sobeck bekannt sind. Sie ist
meines Wissens noch kaum erforscht.


Zuletzt geändert von Wankeli am 15.03.2011, 10:49, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 08.03.2011, 09:45 
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Die Politik der Kirchen gegenüber den Sinti und Roma, die zu ihren Mitgliedern gehören, ist eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Kirchengeschichte, das bis heute weitgehend unerforscht geblieben ist.


- Auf den Reichstagen von 1498 ff. wurden die „Zigeuner“ auch von den Kirchenfürsten der Spionage für die Türken verdächtigt und für vogelfrei erklärt.


- Martin Luther warf ihnen u.a. Diebstahl, Zauberei, Unzucht und Taufbetrug vor.


- Auf dem Konzil von Trient (1545-1563) wurden die „Zigeuner“ der Häresie verdächtigt.


- Im 17. Jh. riefen Theologen beider Konfessionen dazu auf, die „Zigeuner“ wegen Teufelsbeschwörung, Hexerei und Zauberei zu vertreiben.


- Im 19. Jh. nahmen evangelische Missionsvereine den Sinti, die katholische Christen waren, ihre Kinder weg, um sie zur Arbeit zu erziehen.


- Die Kirchen sammelten Anfang des 20. Jh. Unterlagen über „Zigeuner“ und gaben diese nach 1933 den Behörden, die sie für Rassegutachten und die Deportation benutzten.


- Anders als bei den Juden und vor allem den Behinderten haben die Kirchen zur Ausgrenzung, Deportation und Vernichtung der Sinti und Roma geschwiegen.


- Nach dem Krieg haben sie sich nicht für die Rehabilitation der überlebenden Sinti und Roma eingesetzt.


- Die Holocaust Überlebenden werden von der „katholischen Zigeuner- und Nomaden- Seelsorge“ lediglich als „Randgruppe“ betreut.


- Christliche Sinti-Missionen werden von der Kirche als Sekten deklariert.


Im Schuldbekenntnis der katholischen Bischöfte vom 23. August 1945 ist die Minderheit der Sinti und Roma mit keinem Wort erwähnt. Nach dem Holocaust erfuhren die überlebenden Sinti und Roma von dieser Seite kaum Unterstützung; sie wurden lediglich als "Randgruppe" betreut. Insbesondere führende Vertreter der "katholischen Zigeuner- und Nomaden-Seelsorger" wie Pfarrer Achim Muth oder die Sozialarbeiterin Silvia Sobeck, die in den Siebzigerjahren als vermeintliche "Experten" einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf politische Entscheidungsträger hatten, vertraten zutiefst rassistische Auffassungen über "Zigeuner". Ein weiterer Mitarbeiter der katholischen Seelsorge war Hermann Arnold, der spätere Landauer Amtsarzt, war freier Mitarbeiter der "Rassenhygienischen Forschungsstelle". Nach 1945 setzte er seine Arbeiten im Geiste des SS Rassenforschers Robert Ritters fort und forderte noch 1972 rassistische Sondergesetze. Bis 1976 war er Sachverständiger für "Zigeunerfragen" von deutschen Regierungsstellen und arbeitete für die "Katholische Zigeuner- und Nomadenseelsorge" Deutschlands.


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BeitragVerfasst: 09.03.2011, 09:27 
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Der Heilige Vater Papst Benedict war in der Hitlerjugend. An den Sinti und Roma wurde in den 13 besetzten europäischen Staaten ein aus rassischen Gründen systematisch geplanter Völkermord begangen. Über 500.000 Sinti und Roma wurden ermordet, darunter viele Kinder.

Die Sinti und Roma wurden von ihrer Kirche an die Nazis ausgeliefert! Ein deutscher Papst, der selbst diese schreckliche Nazi Zeit am eigenen Leib miterleben musste, könnte mit seinem Worten und Taten vieles wieder gut machen. Unser Papst muss diese historische Gelegenheit endlich wahrnehmen.

Die katholische Kirche behandelt die Sinti und Roma pauschal als "Nomaden" und "Menschen unterwegs", anstatt sich für die Anerkennung gleicher Rechte der Sinti- und Roma-Minderheiten in ihren Heimatländern einzusetzen. Auch die ungebrochene Verwendung der diskriminierenden Bezeichnung "Zigeuner" schürt Vorurteile.


Zuletzt geändert von Wankeli am 18.03.2011, 15:03, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 09.03.2011, 10:54 
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Dass die Kirche rassistisch gegenüber der Minderheit eingestellt ist, erkennt man daran, das im Gegensatz zu vielen europäischen Staaten, der OSZE, der UNO und Menschenrechtsorganisationen die Kirche beim rassischten Fremdbegriff "Zigeuner" bleibt und auch ihre politischen Ansichten sind von rassistischen Einstellungen gegen Sinti und Roma weiterhin geprägt. Von den Kirchen und Sozialeinrichtungen wurden die Sinti und Roma nicht als ethnische Minderheit, sondern als eine soziale "Außenseiter"- oder "Randgruppe" wahrgenommen.


Zuletzt geändert von Wankeli am 19.08.2011, 09:14, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 11.03.2011, 08:37 
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Anmerkung: "Der Auschwitz Überlebende Franz Rosenbach, der das Bittschreiben der Sinti und Roma an den Heiligen Vater 2007 übergeben hat, ist im Oktober 2012 verstorben". Bis heute noch immer keine Antwort vom deutschen Papst!!


Zuletzt geändert von Wankeli am 08.12.2012, 10:26, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 22.10.2011, 11:45 
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ANTIZIGANISMUS UND DIE ROLLE DER KIRCHEN

http://www.doam.org/archiv/textea/s&r/u ... ms.pdf.pdf


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